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Konzeption

Kurz-KONZEPTION


A.  Milieutherapeutischer Rahmen

Der Verein hält – außer dem Wohnraum (gewöhnlich in Form von Wohngemein-schaften) – fachlich geschultes Personal vor, das geeignet ist, eine entsprechende, individuell zugeschnittene psychosoziale Unterstützung und therapeutische Begleitung für Menschen in einer Lebenskrise zu gewährleisten. Eine kostendeckende Finanzierung des Personals durch die öffentlichen Kassen (vor allem über Eingliederungshilfe / Trägerübergreifendes Persönliches Budget) wird angestrebt.

Als MitarbeiterInnen sind Menschen mit eigener Krisenerfahrung bevorzugt zu berücksichtigen. Generell sollen professionelle Fachkräfte mit „Experten aus eigener Erfahrung“ gleichberechtigt zusammenarbeiten, was sich vielerorts schon als qualitäts-steigernd erwiesen hat.

In der Unterstützung und Begleitung der BewohnerInnen ist das Subsidiaritätsprinzip strikt zu beachten, d.h. die Bewohner gestalten ihren Alltag in der jeweiligen Haus-gemeinschaft selbstbestimmt. Das Personal versteht sich als Helfer, die als Besucher kommen und unterstützen (z.B. bei der Organisation des Gemeinschaftslebens, zur Unterstützung bei Konfliktbewältigung oder durch individuelle Anregung und Ermutigung etc.), wenn und soweit dies subjektiv von Einzelnen oder von der Gemeinschaft gewünscht wird. Die Selbsthilfekräfte sollen so gestärkt (und nicht außer Kraft gesetzt) werden. - Unabhängig davon sehen wir eine engmaschige persönliche Begleitung „auf Augenhöhe“ als essentielles Element für die Bewältigung einer „Lebenskrise“ an.

Ziel dieser „Beherbergung mit Begleitung“ ist es, dass die Bewohner nach einem kürzeren oder längeren Aufenthalt (je nach dem individuellen Bedarf) ihr Leben nach überwundener Krise neu in die Hand nehmen können, innerlich und äußerlich stabilisiert, mit klaren Zielvorstellungen von einem sinnerfüllten Leben, individuellen Bewältigungskonzepten und hinreichend gestärktem Selbstvertrauen. Die Möglichkeit einer ambulanten Nachbetreuung zur Sicherung des Erfolgs ist grundsätzlich vorgesehen.

Der Verein ist weder weltanschaulich noch politisch gebunden und gründet sich einzig auf humanitäre Prinzipien: Toleranz, Respekt vor der Persönlichkeit und Geschichte des Einzelnen, gewaltfreie Kommunikation und Solidarität, d.h. gegenseitige Anteilnahme und Unterstützung in der Gemeinschaft. Das Gleichheitsprinzip gilt absolut, d.h. unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Religion und sozialem Stand. Voraussetzung für die Aufnahme in ein Haus der Hoffnung ist – abgesehen von der Bedürftigkeit – lediglich eine Mindestanforderung an Gemeinschaftsfähigkeit in dem Sinne, dass ein konstruktives Zusammenleben der Bewohner möglich ist und nicht gefährdet wird. Dies kann im Allgemeinen durch eine Phase des Probewohnens geklärt werden.

 
B.    Das Angebot: Psychosoziale Unterstützung und therapeutische Begleitung

1.    Einzelbegleitung:
Jeder Bewohner erhält eine vergleichsweise intensive Einzelbegleitung im Sinne von psychosozialer Unterstützung und therapeutischer Begleitung. Sie findet in Form von Einzelterminen statt, in der Regel mindestens viermal pro Woche, jeweils von mindestens 60 Minuten Dauer.
Entscheidend bei diesen Terminen ist das ungeteilte „Dabeisein“ („to be with“) im Sinne des Soteriakonzepts von.Lauren Mosher. Es muss nicht die ganze Zeit geredet werden, es kann auch ganz oder teilweise im gemeinsamen Tun bestehen, je nach Wunsch des Betroffenen. Gesprächsinhalte sind:
•    das Vergangene überwinden
•    die Zukunft planen
•    ... und was ist JETZT gerade dran?

2.    Gemeinsame Veranstaltungen:
Mindestens dreimal pro Woche finden Gemeinschaftsveranstaltungen statt, und zwar:
•    eine Hausversammlung mit allen Bewohnern und Mitarbeitern
•    Exkursionen: z.B. Besuch von Veranstaltungen, Museen, Wanderungen, Sight-Seeing u.a.
•    gemeinsame Arbeitseinsätze: in Haus und Garten, oder z.B. Landschaftspflege.

3.    Präsenz:
Über die Einzelbegleitungsstunden und Gemeinschaftsveranstaltungen hinaus gibt es einen Präsenzdienst, d.h. jeden Tag der Woche – auch am Wochenende und an Feiertagen – ist mindestens 1 Mitarbeiter mindestens 4 Stunden „präsent“, d.h. entweder im Haus anwesend oder bei einer Gruppenveranstaltung dabei und für alle Probleme ansprechbar.
In den nicht durch den Präsenzdienst abgedeckten Zeiten gibt es eine Krisen-interventions-Bereitschaft, d.h. rund um die Uhr ist ein Mitarbeiter telefonisch erreichbar und kann im Bedarfsfall zeitnah in das Haus kommen.


4.    Das Team:
Das Team soll etwa zu gleichen Teilen aus professionellen Fachkräften und zertifizierten Genesungsbegleitern (EX-IN zertifiziert) bestehen. Der Leiter soll psychotherapeutische Kompetenz haben. Das Team arbeitet intensiv zusammen, jeder Bewohner hat einen Bezugsbegleiter und für den Vertretungsfall einen stellvertretenden Begleiter. Einmal alle ein bis zwei Wochen soll der Leiter selbst ein Begleitgespräch mit jedem Bewohner führen. Er selbst macht auch Einzelbegleitungen (für maximal 2 Bewohner). Er hat als Vertreter einen Mitarbeiter, der mindestens einmal pro Woche einen Begleitungstermin durchführt.
Teamsitzungen sollen zweimal pro Woche stattfinden (von jeweils mindestens 90 Minuten Dauer).
Einmal monatlich findet eine externe Team-Supervision statt (4 Stunden).

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